Caple AUF900 Instrukcja Użytkownika Strona 71

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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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mungen) nur in den oberen 4 m der Bohrung
zu beobachten.
d) Ausmass und Verteilung der Verformungen
während des Vortriebes lassen darauf schlies-
sen, dass sich das Gebirge in 2 bis 4 m Tie-
fe unterhalb der Sohle der Galerie-08 als dis-
kreter Block bewegt hat.
e) Die hohen Verformungsbeträge nach dem
Ausbruch lassen vermuten, dass neben Span-
nungsumlagerungsprozessen auch Quellpro-
zesse der Tonminerale eine Rolle gespielt ha-
ben. Zur Klärung dieser Frage sind hydrau-
lisch-mechanisch gekoppelte Modellierungen
vorgesehen, die Aufschluss darüber geben
sollen, wie weit das Verformungsverhalten
des Opalinustons zu Änderungen des Poren-
wasserdrucks im Gebirge geführt hat.
Auswertung der durch den Ausbruch der Ga-
lerie-08 induzierten Verformungen im Tunnel-
abschnitt GM 110 bis GM 124 im Bereich der
Seitenwände und des Firsts der Galerie-08: Die
hochauflösenden geodätischen Messungen als
auch die Laserscanaufnahmen zeigen ein he-
terogenes Verformungsbild (Abbildung 15) mit
den höchsten Verformungen im Firstbereich der
Galerie-08. Die Bereiche mit den grössten Ver-
formungsbeträgen (bis zu 40 mm) liegen jeweils
vor bzw. nach der etwa 4 m breiten Hauptstö-
rung (Main Fault), die hier den RC-Experiment-
bereich quert. Diese unerwarteten Ergebnisse
zeigen deutlich, dass das Verformungsverhalten
des Opalinustons stark durch diese Störungszo-
ne bestimmt wird, insbesondere dem Kontrast
der Deformierbarkeit zwischen wenig und stark
tektonisierten Zonen, die die Spannungsumlage-
rung kontrollieren. Das Auftreten stärker defor-
mierbarer Zonen führt somit zu Spannungskon-
zentrationen im angrenzenden, steiferen Gebir-
ge und folglich zu grösseren Verformungen. Die
Synthese strukturgeologischer Detailaufnahmen
und Verformungsmessungen im Tunnelabschnitt
zeigt, dass Verformungen im Gebirge auf eine
Kombination von Gleitverschiebungen entlang
bestehender Trennflächen (Störungen, Scherzo-
nen, Klüfte), Scherversagen entlang der Schich-
tung sowie spröden Bruchprozessen zurückge-
führt werden können.
Auswertung der Verformungsmessungen in der
horizontalen Bohrung BRC-2 (Magnet-Extenso-
meter und Chain-Deflectometer): Die grössten
umlagerungsbedingten Verformungen während
des Ausbruchs der Galerie-08 wurden im Bereich
der RC-Startnische sowie im Bereich der Haupt-
störung (Main Fault) gemessen. Die horizontalen
Komponenten der Verformungen erweisen sich
dabei als deutlich grösser als die vertikalen, was
sich mit der räumlichen Ausbreitung und Geo-
metrie der Spannungsumlagerungsfront an der
Brust des Stollens erklären lässt. In der Phase
nach dem Ausbruch wurden nur noch sehr ge-
ringe Verformungen, beschränkt auf tektonische
Schwächezonen, festgestellt.
Laboruntersuchungen an Opalinustonproben:
Wie anhand von Spaltzugversuchen (Brazili-
an Tensile Strength Tests BTS) gezeigt wurde,
hängt die Zugfestigkeit stark vom Wassergehalt
der Probe ab. In weiteren Versuchsserien wurde
auch der Einfluss des Karbonatgehalts auf die
Zugfestigkeit analysiert, welche aber keine Ab-
hängigkeit zeigte. Im Opalinuston kann der Kar-
Abbildung 15:
Zusammenstellung der
kumulativen Verformun-
gen im Tunnelabschnitt
GM 107 bis GM 124
der Galerie-08 (a/jointfilesconvert/360025/bge-
wickelte Aufnahme der
Tunnelparamente «side
walls» und des Firsts
«crown»).
a) Verformungsbild
unterlegt mit der geolo-
gischen Karte,
b) farbcodiertes Verfor-
mungsbild in Metern:
Positive Werte geben
Hebungen, negative
Werte Senkungen an.
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